20 Jahre immolife - Ausg. 61

24 Wissenswertes Die Zeit der Zurückhaltung ist vorbei Neuer Immobilienpreisspiegel Hessen veröffentlicht/ Kaufpreise stabilisieren sich — Mieten steigen weiter Der neue Preisspiegel des Immobilienverbands Deutschland IVD Mitte für Wohn- und Gewerbeimmobilien in Hessen zeigt: Die Talsohle bei den Kaufpreisen ist durchschritten, der Abwärtstrend gestoppt. Die Mietpreise steigen hingegen weiter an. Kaufpreise: Bodenbildung erreicht, Nachfrage zieht leicht an Trotz anhaltend hoher Baukosten, gestiegener Zinsen, regulatorischer Unsicherheiten wie dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) und geopolitischer Belastungen durch den Ukraine-Krieg zeigt sich der hessische Immobilienmarkt gefestigt. Das Investitionsklima hat sich spürbar verbessert — die Kaufpreise sind weitgehend stabil, mancherorts sind bereits wieder leichte Anstiege zu verzeichnen. Diese Entwicklung des Vorjahres setzt sich auch 2025 fort. Besonders im Rhein-Main-Gebiet bleiben die Preise für Häuser und Eigentumswohnungen auf hohem Niveau — mit leichter Tendenz nach oben. Eigentumswohnungen erfreuen sich dabei wachsender Beliebtheit. Viele Kaufinteressierte haben erkannt, dass ein weiterer Preisrückgang unwahrscheinlich ist. Die Nachfrage belebt sich — wenn auch noch nicht auf dem Niveau früherer Jahre. Davon profitiert auch das Frankfurter Umland: Wer sich in der Stadt kein Eigentum mehr leisten kann, weicht zunehmend auf das Umland aus, um sich dort den Traum von den eigenen vier Wänden zu erfüllen. Mietpreise: Druck auf den Mietmarkt wächst Die steigenden Kaufpreise und das begrenzte Angebot an Eigentum wirken sich direkt auf den Mietmarkt aus. Immer mehr Menschen, die keine Immobilie erwerben können, weichen auf Mietwohnungen aus. Die Nachfrage steigt sowohl in den Städten als auch im ländlichen Raum — mit spürbaren Folgen: Die Mieten klettern weiter. Der Wohnraummangel bleibt eines der drängendsten Probleme. Die politische Lage verschärft diese Entwicklung zusätzlich. Das Ziel der Bundesregierung von jährlich 400.000 neuen Wohnungen scheint in weiter Ferne — Fachleute rechnen aktuell mit nicht einmal der Hälfte. Zudem stellen viele Bauträger ihre Planungen zurück und konzentrieren sich ausschließlich auf bereits genehmigte Projekte. In der Folge wird das Wohnraumangebot weiter schrumpfen. Die Konsequenzen: Wohnraum wird noch begehrter, die Mietpreise dürften weiter steigen. Umso dringlicher ist ein politisches Umsteuern. Investoren benötigen verlässliche Rahmenbedingungen — statt immer neuer Regulierungen. Quelle: IVD-Mitte e.V. Regionale Preisbeispiele im Überblick Mieten (Nettokalt, Dreizimmerwohnung, 75 m², Baujahr ab 1970, guter Wohnwert): Frankfurt: Ø 16,00 €/m² Vordertaunus Ø 13,00 €/m² Frankfurter Umland: Ø 12,50 €/m² Kassel Stadt: Ø 9,30 €/m² Kasseler Umland: Ø 7,30 €/m² Kaufpreise Einfamilienhaus (mittlerer Wohnwert): Frankfurt: Ø 720.000 € Frankfurter Umland: Ø 620.000 € Kassel Stadt: Ø 275.000 € Kasseler Umland: Ø 220.000 € Kaufpreise Eigentumswohnung Neubau (80 m², guter Wohnwert): Frankfurt: Ø 7.700 €/m² Wiesbaden: Ø 6.700 €/m² Vordertaunus: Ø 6.200 €/m² Darmstadt: Ø 5.900 €/m² Kassel Stadt: Ø 4.200 €/m² Kasseler Umland: Ø 3.300 €/m²

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